Kreta

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Kreta2017-02-03T11:04:57+00:00

Kreta

“Ein Leben ohne Feste gleicht einer weiten Reise ohne Einkehr.” Demokrit, 460-370 v.Chr.

Kraftvoll, faszinierend und facettenreich

Kreta ist in erster Linie einmal riesengroß. Ein Zehntel Österreichs beträgt die Fläche, da gibt es schon einiges zu sehen  – wer mit der Vorstellung anreist, in ein, zwei Wochen die Insel entdecken zu können, wird sich wahrscheinlich auf ein paar Hauptstraßen beschränken müssen…
Grob unterteilt, und so machen das auch die Ansässigen, gibt es den Norden („zivilisiert und fortschrittlich“) und den Süden („unterentwickelt, aber schön“), den kargen, dünn besiedelten Osten und den grünen, abwechslungsreichen Westen, Grenze ist hier die Hauptstadt Heraklion. Wer einmal nach Kreta kommt, wird meist wiederkehren – hier findet jeder seine Lieblingsorte, und in den letzten Jahren sind viele wunderschöne kleinere, private Unterkünfte entstanden.

Kreta unterscheidet sich von den anderen Inseln der Ägäis nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine oft originelle Eigenständigkeit. Kretischer Dialekt ist eindeutig erkennbar, es herrscht ein großes Unabhängigkeitsbedürfnis, die Insel kann sich theoretisch selbst erhalten, und viele Kreter, vor allem aus dem ländlichen Bereich, kommen gar nicht auf die Idee, dass man auch irgendwo anders hin reisen könnte. Wo jedes Jahr Millionen von Touristen Urlaub machen, kann es ja nur am Schönsten sein!

Auch hier gibt es viele dieser kilometerlangen Hoteldörfer entlang der schönen Strände – gut so, die Nachfrage ist groß, es bringt Geld, und man findet hier auch viele wirklich ausgezeichnete Hotels. Im Unterschied zu den meisten anderen Inseln aber ist man auf Kreta auch dort sehr schnell „im Hinterland“, in kleinen oder größeren Dörfern mit Alltag und Atmosphäre. Wie auch anderswo, sperrt die Insel Anfang November bis Ende März touristisch mehr oder weniger zu – woanders reisen dann auch viele Griechen ab, die nur über den Sommer auf den Inseln arbeiten und dann wieder zurück nach Athen oder in andere Ballungsräume ziehen. Hier aber bleiben die Menschen, brennen ihren Trebernschnaps, den Raki, ernten Oliven, und feiern die Feste, für die im Sommer keine Zeit war.

Auf Kreta gibt es nahezu keinen schönen Flecken, der nicht – zumindest ein bisschen – vom Tourismus touchiert wurde. Den echten Geheimtipp wird man hier kaum finden, nahezu überall ist man auf Gäste eingestellt, und sei es nur, um auf der Straße einen Kaffee oder ein paar Orangen zu verkaufen. Aber, und das ist sehr kennzeichnend für Kreta: man lebt sein Leben, bleibt auch ein bisschen unter sich, pflegt die Traditionen, und lässt den Fremden Fremder sein. Das heißt nicht, dass der Kreter nicht gastfreundlich ist – ganz im Gegenteil (das griechische Wort “Xenos” bedeutete ursprünglich Fremder und Gast). Aber er wird beiden Seiten ein bisschen Zeit lassen, und sich keineswegs von seinen Überzeugungen und Prinzipien verabschieden, sondern versuchen, den Gast für seine Heimat und seine Ansichten zu gewinnen. Notfalls mit ein paar Gläsern allgegenwärtigem Raki und frisch geschnittenen Artischocken.

Kreta ist für die meisten Besucher anfangs überwältigend und einschüchternd, groß und wild liegt erscheint die Insel im Anflug, wenig von ihrer Schönheit ist erkennbar. Aber das ändert sich fast immer nach ein paar Kilometern Fahrt… Bestechend ist hier vor allem die Kombination aus wunderschönen (Alt-) Städten, wie Rethymnon oder Chania, überwältigender Natur mit Bergen, Schluchten, Weingärten, endlosen Olivenhainen und den unzähligen Buchten. Auch in der Hochsaison findet man hier noch einsame Strände – vielleicht etwas mühsam erreichbar, dafür aber fast exklusiv… Die Dörfer sind oft wirklich idyllisch, die Städte haben wunderschöne restaurierte historische Zentren und natürlich darf man die berühmte Geschichte Kretas nicht außer Acht lassen: immerhin liegt hier mit der minoischen Kultur und ihren Zentren Knossos und Phaistos die Wiege der europäischen Zivilisation.

Die kretische Küche ist eine der vielfältigsten Griechenlands. Um sie wirklich kennenzulernen, muss man aber erstens so einiges nicht immer Ansehnliches mutig ausprobieren, und zweitens nachfragen oder in kleinen Tavernen in die Küche marschieren! Hier wird traditionell nahezu alles, was die Natur hergibt, verwertet – sicher auch historisch bedingt, als umkämpfte Insel in bester strategischer Position mussten jahrhundertelange Besatzungen durchgestanden werden, da floss nicht nur Milch und Honig. Auch heute noch sammelt man zu fast jeder Jahreszeit Wildkräuter für Salate und zum Kochen, vom geschlachteten Tier verwendet man nahezu alles, und generell bevorzugt man deutlich alles Heimische, auch wenn es durch den Euro manchmal teurer ist als importierte Massenware.

Wer mit Kretern zu tun hat, weiß ein Lied von ihrer manchmal ein bisschen rauen, ruppigen Art zu singen. Das nette, umgängliche, unverbindlich Freundliche liegt nicht so ganz in der Natur der meisten, unsere gewohnte zivilisierte Alltagshöflichkeit ist auf Kreta abseits des organisierten Tourismus nicht immer zu finden. Hier wird nicht unbedingt sofort gelächelt. Das bedeutet aber nicht viel, und schon gar keine Ablehnung – vielleicht ist es die Grundstimmung eines Volkes, das in Landwirtschaft und Viehzucht hart gearbeitet hat und jahrhundertelang von Venezianern und Türken beherrscht wurde. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die paar Städte mehr oder weniger größere Dörfer, die Stimmung ist bis heute so geblieben.  Für den Besucher ist das manchmal eine Herausforderung… aber seien Sie sicher: einmal ins Gespräch gekommen, taut diese Spezies bald auf, viel schneller als in Mitteleuropa entsteht eine familiäre Atmosphäre  – und so manches Mal möchte man länger bleiben als geplant!

SEHR SEHENSWERT

  • Die minoischen Paläste Knossos und Phaistos
  • Rethymnon und Chania, Städte mit venezianischer und türkischer Vergangenheit
  • Samaria- und Imbrosschlucht
  • Gramvoussa
  • Elafonissi
  • die Mirabellobucht, Agios Nikolaos und Spinalonga
  • die Südküste zwischen Matala und Chora Sfakion

DIE SCHÖNSTEN STRÄNDE

  • Die Buchten rund um Plakias
  • Anydri bei Paleochora
  • Falassarna
  • Elafonissi
  • Kato Zakros
  • Georgioupolis
  • Rethymnon
  • und viele mehr…
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